Theaterbericht vom 31.5.2002
Fix und Fertig - Bernhardtheater Zürich

Fix und Fertig - Theater (Lustspiel) im Bernhardtheater Zürich

Seit geraumer Zeit besuchen wir regelmässig verschiedenste Lustspiele der Schweizer Theaterbühne. So auch am Freitag, 31.5.2002 das Lustspiel "Fix und Fertig" von Ray Cooney & John Chapman.
Jörg Schneider (bekannt als Chasperli) hat die Dialektbearbeitung übernommen und gleichzeitig die Hauptrolle in dem Theaterstück gespielt.

Zum Theaterstück (Auszug aus dem Programmheft)
Das Stück beginnt am Morgen von Jeanins Hochzeitstag. Die ganze Familie macht sich bereit für den Kirchgang. Einzig der Brautvater fehlt. Karl Käppeli (Jörg Schneider), Inhaber einer Werbeagentur, ist leider nicht mit der Trauung seiner Tochter, sonder mit einer anstehenden Werbekampagne beschäftigt. Und zwar so sehr, dass er nach einem Schlag an den Kopf völlig unerklärliche Halluzinationen hat. Anstelle hochzeitlicher Festtagsstimmung bricht bald das totale Chaos aus. Karls Geschäftspartner versucht zwar Ruhe zu bewahren, kommt aber als Trouble-Shooter auch in Teufels Küche. Der vergessliche und etwas schwerhörige Opa sorgt prompt für weitere Unordnung, während seine resolute Gattin erfolglos versucht, das Familien-Kommando zu übernehmen. Vera, Karls schwergeprüfte Ehefrau, versucht ihren Mann von seinen Wahnvorstellungen abzubringen und die arme Braut, bricht eins übers andere mal in Tränen aus. Schliesslich taucht auch noch der von Australien angereiste Vater des Bräutigams auf, wutschnaubend und völlig entnervt und damit ist das Tollhaus perfekt. War aber wäre ein Komödie ohne Happy End? Unmöglich! Also kommt der Papa wieder zu sich, die Braut zu Ihrem Bräutigam, die Grosseltern zur friedlichen Eintracht und die gestresste Mama zum Versöhnungskuss.

PS: Es gibt da noch eine gewisse Polly. Aber vielleicht gibt es sie gar nicht. Oder doch? Warten Sie's ab!

Das Theater war wieder mal eine Augenweide in der Schweizer Theater-Szene. Wir haben schon ettliche Dialektstücke besucht und sind der Meinung, dass dieses Stück einen speziellen Preis verdient hat. Ein Stück ohne den stetigen Theaterpartner von Jörg Schneider, Erich Vock.
Dennoch fehlte uns der Witz und Humor von Erich Vock. Wir lieben das Zusammenspiel von Schneider und Vock.

Wir können das Stück allen empfehlen - noch bis Ende Juni 2002 wird dieses im Zürcher Bernhardtheater aufgeführt.

Zu den Schauspielern:

Jörg Schneider alias Karl Käppeli (Vater der Braut und Geschäftführer einer BH-Firma)
Jörg Schneider glänzte in seiner Rolle wie beinahe in jedem Theater in welchem er mitwirkt. Er mit seinem etwas nervösen aber dennoch angenehmen Getue erinnert immer wieder an Louis de Funes. Wir werden mit Bestimmtheit noch ettliche Theaterstücke mit ihm besuchen.

Irène Fitschi alias Vera Käppeli (Mutter der Braut)
Voll und ganz die Mutterrolle. Heitert die verstörte Braut immer wieder auf, sorgt sich um den Grossvater, welcher ein sichtliches Sockeproblem hatte und kümmert sich auch herzhaft um den lieben Ehegatten Karl. Klar, dass die Rolle von Emotionen nur so gespickt ist. Die lange Theatererfahrung merkt man ihr an. Sie überzeugte absolut.

Karin Moser alias Jeanin Käppeli (Braut)
Eine schöne Braut hat sie abgegeben. Eine sicherlich nicht einfache Rolle, denn jede dritte Aktion war Weinen auf Kommando. Manchmal war das Geheule etwas nervig, aber anscheinend musste dies wohl so sein. Karin Moser ist auch schon seit Jahren im Ensemble Jörg Schneider dabei. Wirkte sie doch auch bei den Stücken "Alles uf Chrankeschii", "Bliib uf em Teppich" und "Joghurt für zwei" tatkräftig in Hauptrollen mit.

Vincenzo Biagi alias Dr. Gerhard Goll (Grossvater)
Der vergessliche und etwas verwirrte Grossvater. Das sein Schwiegersohn Karl Halluzinationen hat, der Vater des Bräutigams beinahe Amok läuft, seine Tochter (Mutter der Braut) demnächst einen Herzinfarkt erlebt, die Braut heute Heiraten will, stört ihn nicht im Geringsten. Er hat ein ganz anderes Problem: Seine Socken !
Seine sonore Stimme wirkt im Publikum sehr aufmuntert und fröhlich. Er spielte eine tolle Rolle und war immer wieder gerne auf der Bühne gesehen.

Ruth Bannwart alias Gertrud Goll (Grossmutter)
Sie spielte viele Jahre an der Seite von Ruedi Walter, Rolf Knie, Paul Bühlmann und natürlich immer wieder auch bei Jörg Schneider. Als ernste Grossmutter der Braut, mit viel Witz und Charme versuchte sie die Hochzeit zu Retten und überzeugte den Schwiegervater aus Australien immer wieder, dass es doch noch gut kommt. Rolle als Grosi voll erfüllt.

Werner Baumgartner alias Robert Rickenbacher (Geschäftspartner von Karl)
Auch er ist ein bekanntes Gesicht in der Schweizer Theaterwelt. Schon seit geraumer Zeit tourt er mit Jörg Schneider durch die verschiedenen Theatersäälen der Schweiz. In seiner Rolle ist er eher etwas der ruhigere Pool der Theatertruppe. Eben ein Geschäftsherr, welcher versucht Ruhe in die Runde zu bringen. Das er scharf auf Karls Ehefrau ist, merk man schnell mal.

Aniko Donath alias Polly (Karls Halluzinationen, das Charleston-Girl)
Den alten Charleston-Tanz hat sie voll drauf. In ihrer Rolle führte sie viele Tänze mit viel Charme vor. Da sie die Wahnvorstellung ihres Chef war, hat sie auch sehr selten gesprochen. Denn nur Karl konnte Polly sehen und alle anderen nämlich nicht.

Albert Tanner alias Bill Babcock (zukünftiger Schwiegervater der Braut)
Auch mit ihm hatte man schon in diversen Theaterstücken das Vergnügen. Der eher etwas gewichtige Schauspieler kann sich sehr gut in seine Rollen versetzen. Auch hier als langangereister zukünftiger Schwiegervater, welcher nur das Beste für seinen Sohn will. Mir gefällt Albert Tanner in seinen Rollen. Er ist immer mit Leib und Seele dabei.